Gemeinsam Hamburgs Kiebitze schützen
Kiebitzschutz in Norddeutschland


Mit den „KiebitzKiekern“ wurde in einem Pilotprojekt 2024 von BUND, NABU und der Hamburger Umweltbehörde BUKEA gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben der saisonale Schutz von Brutplätzen in ausgewählten Hamburger Gebieten erfolgreich getestet. Unterstützung erhalten die Akteure vom Bauernverband und der Landwirtschaftskammer.

Kiebitze sind als spezialisierte Wiesenvögel auf feuchte Lebensräume angewiesen, die ihnen geeignete Bedingungen zum Brüten und für die Nahrungssuche biete. Seit März 2026 läuft das Projekt „Kiebitzschutz in Norddeutschland“, das über eine Laufzeit von sechs Jahren die Kiebitzbestände in ganz Hamburg stabilisieren soll, wobei der Lebensraum gezielt und nachhaltig verbessert werden soll. Dazu wird beispielsweise eine Blänke angelegt, Wasserstände werden stabilisiert, Gräben aufgeweitet und beschattete Gewässerstrukturen freigestellt. Außerdem werden in einem wechselnden Mosaik flache Wasserstellen angeboten und ausgewählte Brutbereiche durch Zäune vor Fressfeinden geschützt. Hierfür kommen mobile Solarpumpen und Zäune zum Einsatz. GPS-Tracking und eine Spezial-Drohne unterstützen die Maßnahmen und ihre wissenschaftliche Auswertung.

Seit 2026 ist KiebitzKieker Teil des Verbundprojekts „Kiebitzschutz in Norddeutschland“ (KiNo) und wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des nationalen Artenhilfsprogramms.

Die Kiebitz-Bestände sind in Deutschland seit den 80ern um über 90% zurückgegangen, auch in Hamburg ist er stark gefährdet. Hier ist seit dem Jahr 2000 ein Rückgang von 56% zu verzeichnen, laut den Angaben des Arbeitskreis Vogelschutzwarte Hamburg. Durch Lebensraumverlust weicht der Bodenbrüter auf Äcker aus, inzwischen brüten 80% der Kiebitze in Hamburg auf Ackerflächen. Dabei kann es bei der Bodenbearbeitung zu Gelegeverlusten kommen, da die Nester nur schwer ausfindig zu machen sind. Hier setzt das Projekt der „KiebitzKieker“ an, dass die Bruten durch gezielte Maßnahmen, wie Nestmarkierung und das Einrichten von Kiebitzinseln in enger Zusammenarbeit mit den Landwirt*innen schützt. Ehrenamtliche oder die Landwirt*innen selbst beobachten die Felder vorab und melden gesichtete Nester. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Hamburgs Kiebitze eine Zukunft haben!


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